In der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses am vergangenen Montag (14. September 2026) stand die wirtschaftliche Situation und Entwicklung unserer Kurstadt im Mittelpunkt.
Dr. Daniel Theobald, Leiter des Geschäftsbereichs Unternehmensförderung der IHK Darmstadt Rhein Main Neckar, gab in einem umfassenden Vortrag detaillierte Einblicke in die wirtschaftliche Lage – von der Bundesebene bis hinunter auf die Ebene unserer Stadt.
Die Folien können hier runtergeladen werden: https://zbk.news/wp-content/uploads/2026/09/IHK-Theobald.pdf
Herausforderndes Umfeld für Südhessen
Wie Dr. Theobald anhand aktueller Konjunkturdaten darlegte, bewegen sich Unternehmen bundesweit wie auch in Südhessen derzeit in einem schwierigen Fahrwasser. Die Geschäftserwartungen sind verhalten, das Geschäftsklima steht unter Druck. Zu den größten Risiken, die die Betriebe der Region aktuell benennen, gehören vor allem:
- Die schwächelnde Inlandsnachfrage
- Der anhaltende Fachkräftemangel
- Hohe Energie- und Rohstoffpreise sowie steigende Arbeitskosten
- Die Verlässlichkeit der Wirtschaftspolitik
Im Odenwaldkreis zeigt sich dabei eine historisch gewachsene, starke Verankerung im produzierenden Gewerbe (37 % der Beschäftigten gegenüber 22 % im Landesschnitt) sowie im Handel und Tourismus.
Bad König im Fokus: Licht und Schatten
Besonders aufschlussreich war der Blick auf den Standort Bad König. Im IHK-Unterzentrenranking spiegelt sich die bekannte Lage der Odenwälder Kommunen im Vergleich zu den wirtschaftsstarken Ballungsräumen wider. Für Bad König zeichnete Dr. Theobald ein differenziertes Bild mit klaren Stärken und Handlungsfeldern:
Unsere Stärken („Licht“):
- Gute Breitbandversorgung: Die digitale Infrastruktur für das Gewerbe ist vergleichsweise gut aufgestellt.
- Starker Tourismus: Gastronomie und Beherbergung sind und bleiben eine zentrale wirtschaftliche Säule.
- Wissensintensive Beschäftigung & Ausbildung: Ein erfreulich hoher Anteil an Beschäftigten in wissensintensiven Berufen sowie eine überdurchschnittliche Ausbildungsquote (auch in MINT-Berufen) zeichnen den Standort aus.
Die Herausforderungen („Schatten“):
- Infrastruktur & Verkehr: Die periphere Lage bezüglich Autobahnen und Schienenanbindung bleibt ein struktureller Standortnachteil.
- Demographischer Wandel: Die Alterung der Bevölkerung erfordert gezielte Maßnahmen zur Sicherung von Lebensqualität und Nachwuchskräften.
- Gründungsdynamik: Hier besteht noch Entwicklungspotenzial für neue, innovative Betriebsgründungen.
Fazit
Für die ZBK bestätigt die IHK-Analyse den eingeschlagenen Weg: Wir müssen unsere vorhandenen Potenziale – insbesondere im Tourismus, in der Digitalisierung und als familienfreundlicher Wohn- und Arbeitsort – konsequent weiterentwickeln und an den konkreten Hebeln ansetzen, die wir vor Ort gestalten können.
