In der Sitzung der Stadtverordnetenversammlung am 20.08.2026 stand eine weitreichende finanzielle Entscheidung an: Es ging um die Forderung, den städtischen Zuschuss für das Projektbüro „Kopfsteinpflaster“ der Jugendwerkstätten Odenwald e. V. (JWO) massiv aufzustocken.
Mit einer breiten Mehrheit quer durch die Fraktionen hat die Stadtverordnetenversammlung beschlossen, die Mittel nicht zu erhöhen:
Für den Beschluss (keine Erhöhung): 14 Stimmen (11 ZBK, 1 CDU, 2 AfD)
Dagegen: 3 Stimmen (1 Grüne, 2 SPD)
Enthaltungen: 4 Stimmen (1 ZBK, 1 SPD, 2 CDU)
Als unabhängige Wählergemeinschaft Zukunft Bad König (ZBK) tragen wir Verantwortung für die gesamte Stadt und alle Bürgerinnen und Bürger. An dieser Stelle möchten wir Ihnen transparent darlegen, welche Sachgründe zu dieser Entscheidung geführt haben:
Stufenweise Versechsfachung der Kosten
Der Antrag sah eine Versechsfachung des bisherigen städtischen Kostenanteils vor – von bislang rund 4.500 € stufenweise über 18.000 € (2027) und 24.000 € (2028) auf rund 30.000 € pro Jahr ab 2029 (jeweils für eine volle Stelle). Durch anstehende Tarifanpassungen und steigende Personalkosten wäre dieser Betrag in den Folgejahren voraussichtlich noch weiter angewachsen.
Bestehende Angebote nutzen – Doppelstrukturen vermeiden
Gleichzeitig verfügt Bad König und der Odenwaldkreis bereits über ein funktionierendes und breit gefächertes Netz an kommunalen Angeboten, behördlichen Anlaufstellen und Angeboten freier Träger. Bei genauer Betrachtung weist das Projektbüro deutliche Überschneidungen mit Leistungen auf, die vor Ort und im Kreis bereits erbracht und finanziert werden:
Sozialamt der Stadt Bad König: Die zentrale kommunale Anlaufstelle für soziale Leistungen, Grundsicherung und individuelle Unterstützung der Bürgerinnen und Bürger vor Ort.
Kommunale Jugendpflege: Fachkompetente Betreuung, Freizeitangebote und Räume für Kinder und Jugendliche durch unsere Jugendpflegerin Viola Kuhn.
Städtische Frauenbeauftragte: Niedrigschwellige Beratung, Unterstützung und Gleichstellungsarbeit vor Ort durch Vanessa Jekel.
- Gemeindepflegerin: Auf Initiative der ZBK wird bald eine Gemeindepflegerin ihre Arbeit in Bad König aufnehmen. Sie wird insbesondere älteren und hilfebedürftigen Menschen sowie deren Angehörigen als direkte, wohnortnahe Anlaufstelle für Beratung, Vermittlung und Entlastung im Alltag zur Seite stehen.
Ausländerbeirat Bad König: Unsere ehrenamtliche kommunale Interessenvertretung und Anlaufstelle zur Förderung der Integration, Beratung und Teilhabe ausländischer Mitbürgerinnen und Mitbürger in Bad König.
Flüchtlingshilfe Bad König: Unser ehrenamtliches Netzwerk zur Begleitung, Unterstützung und praktischen Hilfe für Geflüchtete im Alltag.
Schulsozialarbeit: Professionelle sozialpädagogische Betreuung und Einzelfallhilfe direkt in den Schulen.
Angebote des Odenwaldkreises und freier Träger: Die etablierten und engmaschigen Beratungs- und Hilfsstrukturen des Kreises sowie der Wohlfahrtsverbände wie AWO, Diakonie und DRK.
Gezielte Vereinsförderung: Die wertvolle, tagtägliche ehrenamtliche Kinder- und Jugendarbeit in unseren örtlichen Vereinen – wie etwa bei der TSG Bad König –, die wir als Stadt verlässlich unterstützen.
Eine Doppelfinanzierung paralleler Strukturen ist in unserer Haushaltslage weder gegenüber den Steuerzahlern vermittelbar noch finanziell darstellbar.
Vorgaben der Kommunalaufsicht und finanzielle Konsequenzen
Die Kommunalaufsicht hat die Stadt Bad König verbindlich dazu angehalten, alle freiwilligen Leistungen auf den Prüfstand zu stellen und streng zu priorisieren. Insbesondere wurde die Ausweitung nicht gesetzlich vorgeschriebener Aufgaben als ausgesprochen kritisch angemahnt. Vor diesem Hintergrund ist eine Vervielfachung von Ausgaben im freiwilligen Bereich haushaltsrechtlich nicht darstellbar.
Jeder Euro, den die Stadt an einer Stelle zusätzlich bindet, müsste an anderer Stelle eingespart oder neu eingenommen werden. Mögliche Folgen wären:
eine Deckung der Mehrkosten durch eine Erhöhung der Grundsteuer, was Eigentümer und über die Nebenkosten alle Mieter gleichermaßen belasten würde,
die Verschiebung dringend notwendiger Sanierungen an Straßen, Wegen und öffentlichen Einrichtungen (allein für den Werterhalt unseres Straßennetzes sind jährlich rund 400.000 € erforderlich) oder
die Kürzung anderer freiwilliger Leistungen, beispielsweise der städtischen Zuschüsse für Sport- und Kulturvereine wie die TSG.
Unser Fazit: Soziale Verantwortung mit Augenmaß
Nur weil ein Vorhaben das Etikett „sozial“ trägt, darf die kommunalpolitische Gesamtabwägung nicht außer Kraft gesetzt werden. Echte soziale Verantwortung bedeutet, mit dem Geld der Bürgerinnen und Bürger sorgsam umzugehen, bestehende städtische Angebote verlässlich zu sichern und keine ungedeckten Doppelstrukturen aufzubauen.
Wir stehen für eine verlässliche und transparente Sachpolitik, die Bad König handlungsfähig hält – für alle Generationen und für die gesamte Stadt.
Haben Sie Fragen zur Entscheidung? Sprechen Sie uns gerne an oder schreiben Sie uns unter info@zbk.news!
